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Kino unter der Johannisbrücke |
| Das «Mobile Kino» eröffnete die Openair-Kinosaison mit Lubitschs «Die Bergkatze» |
| Kino unter der Johannisbrücke |
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NÜRNBERG - Kult-Kino zwischen Feuertonnen: Das «Mobile Kino» startete wieder mit einer Openair-Vorstellung unter der Johannisbrücke ins neue Jahr. Diesmal war bei eisigen Temperaturen Ernst Lubitschs Komödie «Die Bergkatze» zu sehen.
«Zu dieser Veranstaltung kommen nur die ganz Harten!», begrüßen die Veranstalter vom Mobilen Kino das Publikum, das sich an diesem Neujahrsabend unter der Johannisbrücke eingefunden hat.
Tatsächlich weht oben ein kalter Wind und vereinzelte Böller krachen noch durch die Nacht. Aber unter der Brücke ist es richtig gemütlich: Fackeln erleuchten den Weg nach unten, wo zwei große Feuertonnen freundliche Wärme spenden und die Mitarbeiter des Mobilen Kino Kinderpunsch und Glühwein ausschenken.
Nah am Feuer
Kinder spielen mit Sternspeiern, andere leuchten mit Taschenlampen Lichtmuster an die Brückenunterseite. Hunde bellen und jeder drängelt sich an diesem frostigen Abend noch ein bisschen näher heran an das wärmende Feuer.
Ach ja! Und einen Film gibt’s auch noch - auch wenn der bei all der Kuschelstimmung eher etwas in den Hintergrund gerät.
Wieder einmal hat das Mobile Kino einen Stummfilm ausgesucht: Vergangenes Jahr gab es Chaplin, diesmal «Die Bergkatze», einen ebenso aufwändigen wie albernen Schwank von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1921.
Sobald man etwas erkennen kann (die ersten fünf Minuten steht die Projektion Kopf, was es etwas schwer macht, der Handlung zu folgen), ist es ganz nett: Eine Räuberin, die im Schnee lebt, klaut einem feschen Leutnant den Garderock - und verliebt sich natürlich in ihn. Doch der schneidige Kerl stellt inzwischen - in Unterhosen - eine Armee auf, um die Räuber zu jagen.
Wartezeit bis zum Sommer verkürzen
Miller the Killer und Conny Corretto untermalen die filmische Parodie auf die strengen Sitten beim Militär des späten Kaiserreichs mit Live-Musik (Piano-Boogie!) und Geräuschen, in diesem Fall sind’s meistens Schüsse.
Das macht Laune, obwohl der Film, wie die Veranstalter verraten «damals ein einziger finanzieller Reinfall war - aber das passt ja gut zu unserer Neujahrsshow». Denn die ist kostenlos und finanziert sich leidlich über den Glühweinverkauf. Ihr eigentlicher Zweck ist es aber auch, die Wartepause bis zum Sommer zu verkürzen. Denn dann lädt das Mobile Kino zum Filmegucken wieder in den Marienbergpark und an andere ausgefallene Spielorte. Dann mit Eintritt - und garantiert ohne Feuertonnen.
Peter Romir |
| 3.1.2009 |
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