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Mit Filmticket nach Hollywood

Die jungen Hilpoltsteiner Filmemacher »Y-Titty« schreiben Erfolgsgeschichte
 Mit Filmticket nach Hollywood
Foto: oh
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Auf dem Papier nimmt ihre Erfolgsgeschichte schon eine ganze Seite ein: Auftritte, Interviews, Preise, eine Reise nach Hollywood. »Y-Titty« ist gut im Geschäft des Filmemachens. Y-Titty ist der Zusammenschluss von zunächst zwei, inzwischen drei Jungs aus Hilpoltstein und Freystadt, die Comedy-Kurzfilme drehen- mit so viel Lust und Leidenschaft, dass ihre Erfolgsgeschichte bald nicht mehr auf ein Blatt Papier passt.

HILPOLTSTEIN (car) - Philipp Laude und Matthias Roll sind gerade mal 19 und 18 Jahre alt, aber im Filmgeschäft schon alte Hasen. Seit 2006 drehen die beiden Hilpoltsteiner Videosketche und -Filme. anfangs mit viel Engagement, aber wenig Erfolg - ein vielversprechender Pilotfilm beim Sender Premiere fiel nämlich dem von der Wirtschaftskrise abgedrehten Geldhahn zum Opfer.

Doch davon ließen sich die beiden Schüler nicht entmutigen. Ihre witzigen Kurzparodien von High School Musical oder Abba-Songs traten ihren Siegeszug nämlich ganz einfach und anarchisch durchs Netz an: Im Juni 2009 waren die Videos von Y-Titty auf You Tube bereits eine Million Mal angeklickt worden.

Inzwischen sind daraus viereinhalb Millionen Hingucker geworden, allein ihre bissige »Twilight«-Parodie »Biss an die Grenze der Liebe« hat schon die Millionenmarke geknackt. Kein Wunder: Matthias (mit langmähniger Perücke als blutarme Bella) und der bleiche Philipp mimen ein »bisschen verträumt« das seit 300 Jahren sich liebende und zoffende Vampirehepaar und bieten damit auf drei Minuten nicht nur Witz und Talent, sondern richtig »Biss« - so viel, dass aus dem »Bisschen« schon sechs Folgen wurden.

Und jetzt gehts für die beiden, die inzwischen von Oguz Yilmaz (19) aus Freystadt verstärkt werden, richtig hoch her: Bei einem Contest ihrer Filmschnittfirma Magix haben sie mit »Besom«, dem »Eifersuchtsdrama« um einen Besen den ersten Preis gewonnen - das heißt, nichts weniger als eine Reise nach Hollywood!

Fast gleichzeitig manövrierte die Internet-Jury die sechs Sitcom-Folgen von »Twilight« auf den ersten Platz des Kika-WebAward. Den Preis des Kinderkanals, einen großen Plexiglas-Ständer mit rosafarbener Erdkugel, holten sich die drei erst vergangene Woche in Erfurt ab.

Am nächsten Wochenende sind sie gleich mit drei Filmen beim Jugendfilmfestival in Nürnberg vertreten: vom 19. bis 21. März werden im CineCittá 59 (Kurz-)Filme gezeigt, Y-Titty ist mit »Besom - der Besen« dabei (am Freitag um 18.15 Uhr), der übrigens schon im Oktober beim Camgaroo Award den dritten Preis geschafft hatte - »das ist sozusagen der Oscar der Hobbyfilmer«, grinst Matthias halb schüchtern, halb stolz, als Bürgermeister Markus Mahl die Jungs im Rathaus empfängt und beglückwünscht.

Denn beim Festival wird am Samstag um 11 Uhr auch »Spielzeit« gezeigt. Dieser Kurzfilm entspricht so gar nicht dem Comedy-Muster von Y-Titty, Philipp und Matthias haben ihn mit sechs Kindern zwischen neun und elf Jahren im vergangenen Jahr beim Hilpoltsteiner Ferienprogramm gedreht. Bei vier Vortreffen und zwei Drehterminen ist eine eindringliche Liebeserklärung an das Spielen mit klugen Anspielungen und mehrdeutigen Symbolen entstanden.

Um 16.15 Uhr am Samstag läuft dann noch Philipps Film »Was bleibt, bleibt?« Den Streifen über die Grenzen nach Tschechien früher und jetzt hat Philipp, der im Theaterjugendclub Nürnberg seit sechs Jahren Theater spielt, bei einem Theaterprojekt mit jungen Leuten aus Tschechien gedreht.

Visitenkarte und Demoband

Ob die jungen Filmemacher beim Festival die Weiterfahrt zum Bayerischen Festival gewinnen, darauf wollen sie lieber nicht spekulieren. Was wichtig ist, wissen sie aber schon längst: »Kontakte knüpfen, offen sein für Gespräche mit Produzenten, immer Visitenkarten und Demobänder dabeihaben.«

Klar ist außerdem - zumindest für Matthias und Philipp, dass es in die professionelle Richtung geht. »Das wissen wir einfach aus dem Bauch heraus«, sagt Matthias, der nach dem Realschulabschluss eigentlich eine Stelle bei der Polizei hätte antreten können. Jetzt aber will er erstmal den Zivildienst ableisten und dabei fleißig weiterdrehen. Auch Philipp will nach dem Abitur im Mai Zivi sein und die Wochenenden zum Filmen nutzen. Denn der Kontrakt mit einem Comeyfilmproduzenten ist ja schon so gut wie sicher.

Jetzt aber - also nach dem Abi - geht die Reise erstmal nach Hollywood. Dort gilt natürlich auch: Kontakte knüpfen, offen sein...«

Car
10.3.2010
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