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Schöne Dinge für den Alltag |
| Gold- und Silberschmiedin Katja Höltermann entwirft Schmuck und Gerät |
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NÜRNBERG - In der Serie «Mein Design» stellen wir kreative Nürnbergerinnen und Nürnberger vor. Diesmal die Gold- und Silberschmiedin Katja Höltermann.
Ketten und Kannen, Broschen und Becher: Katja Höltermann ist im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen, die sich auf Schmuck oder Gerät spezialisiert haben, immer zweigleisig gefahren. Die 38-Jährige arbeitet als Gold- und als Silberschmiedin - und zwar in beiden Bereichen gleichermaßen leidenschaftlich. Die Industrie ist schon vor geraumer Zeit auf die Designerin aufmerksam geworden: Das von ihr in Silber entwickelte «sensible Trinkgefäß» ist seit 2001 in einer Edelstahlversion der Firma Mertens auf dem Markt.
Für den außergewöhnlichen Becher wurde Katja Höltermann auch mit dem bayerischen Staatspreis für Nachwuchs-Designer im Jahr 2000 ausgezeichnet. Für ihren Entwurf hatte sie eine Redewendung als Ausgangspunkt genommen. Sie wollte veranschaulichen und im wahrsten Sinne begreifbar machen, wie es ist, wenn etwas zur Neige geht.
Variables Schalenset für Nüsschen
Und so neigt sich das runde Gefäß entsprechend seines zur Neige gehenden Inhalts immer stärker zur Seite. Vollgeschenkt steht es aufrecht, leer schräg auf dem Tisch. Ebenfalls in Serie hergestellt wird inzwischen ihr variables Schalenset, das sich für das stilvolle Servieren von Nüsschen oder Vorspeisen immer wieder neu zusammenstellen lässt.
«Alle meine Arbeiten haben einen konkreten Anlass. Ich beobachte die Leute im Alltag und hinterfrage Gewohnheiten, wie etwa das Trinken», sagt die Designerin, die auch Gerät speziell für Linkshänder entwirft. Los geht ihre Arbeit immer mit Skizzen, dann macht sie Papiermodelle, bevor sie in Metall arbeitet. Pfeffermühlen und Zuckerdosen, eine Doppelkanne für Essig und Öl oder auch edle Flachmänner für die Sackotasche sind so entstanden.
Meisterschülerin an der Akademie
Die gebürtige Augsburgerin, die seit 2001 ihre Werkstatt in Nürnberg hat, absolvierte als Meisterschülerin die Klasse für Gold- und Silberschmiede an der hiesigen Kunstakademie. Vorher hatte sie bereits eine Ausbildung zur Goldschmiedin an der Berufsschule für Schmuck in Neugablonz abgeschlossen. Diesem Bereich der angewandten Kunst ist sie bis heute treu geblieben.
In ihren Schmuckentwürfen lehnt sie sich an die Natur an, ohne dabei naturalistisch zu werden. Ihre Blüten- und Bambusbroschen wirken eher wie bunte Piktogramme. Die superschmalen und hauchdünnen Silberbändchen, aus denen sie ihre «Blütenbüschel» biegt und dann bemalt, wirken so leicht wie Papier. Und man kann auf der Stelle nachvollziehen, was Höltermann meint, wenn sie sagt: «Das ist Fitzelarbeit.»
Als Schmuckdesignerin stellt sie sich noch bis zum 6. Dezember zusammen mit Kollegen im Neuen Museum Nürnberg vor, wo heute um 19 Uhr eine Führung durch die Ausstellung stattfindet. Im dortigen Design-Shop sind auch ihre sensiblen Trinkgefäße zu bekommen.
Katja Höltermann, Amselstraße 20, Telefon 09 11/9 61 58 30.
Birgit Ruf |
| 25.11.2009 |
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