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Tierrechtler attackieren Delfinhaltung im Zoo |
| Verein Menschen für Tierrechte besteht seit 25 Jahren |
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NÜRNBERG - Seit 25 Jahren kämpft der Verein Menschen für Tierrechte Nürnberg gegen Massentierhaltung, Tierversuche, den Pelzhandel und den Fleischkonsum. Ein Gespräch mit Vorstandsmitglied Cornelia Schamicke (55).
Frau Schamicke, wann haben Sie ihr letztes Schnitzel vertilgt?
Cornelia Schamicke: Ich habe vor vier Jahren ganz aufgehört, Fleisch zu essen. Die vielen Informationen darüber, wie Nutztiere vegetieren, wie sie transportiert und geschlachtet werden, haben mir endgültig den Appetit verdorben. Seither bin ich Vegetarierin - und vermisse überhaupt nichts.
Biofleisch ist für Sie keine Alternative?
Schamicke: Nicht wirklich. Sicher ist die Haltung artgerechter, aber der Transport und das Schlachten bleiben doch. Übrigens: Für ein Kilo Fleisch wird so viel Wasser verbraucht, dass man damit ein Jahr lang duschen könnte. Trotzdem sind viele unserer Mitglieder zunächst auf Bio umgeschwenkt, ein erster Schritt ist das sicher.
Mischt sich da der Tierschutz mit der Ökologie?
Schamicke: Das ist gar nicht zu trennen. Die Massentierhaltung schädigt das Klima weltweit mehr als der gesamte Autoverkehr. Wir stellen fest, dass viele unserer Anliegen bei den Menschen längst angekommen sind. Tierversuchsfreie Kosmetik boomt, der Pelztierhandel in Deutschland ist inzwischen total eingebrochen und die großen Ladenketten haben Käfigeier fast überall aus ihrem Sortiment genommen.
Das Delfinarium ist ein anderes großes Thema Ihres Vereins. Was sagen Sie zum Tod von Delfin Eva?
Schamicke: Sie war mit 40 Jahren schon ein sehr altes Tier. Grundsätzlich sind wir aber der Überzeugung, dass Delfine nicht in Gefangenschaft gehalten werden können - genauso wenig wie Eisbären, große Raubvögel oder Elefanten. Die hohe Todesquote bei den Meeressäugern im Tiergarten spricht ja für unsere Sicht.
Ein Vierteljahrhundert Tierschutz, welche Erfolge gibt es?
Schamicke: Ein Meilenstein war sicher die Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz 2002. Ein weiteres Ziel ist jetzt ein Verbandsklagerecht. Jeder Hühnerbaron kann seine Interessen vor Gericht vertreten. Das muss auch für Tierschützer möglich sein.
Der Handel mit Hunde- und Katzenfellen ist jetzt verboten. Zufrieden?
Schamicke: Dieses Verbot muss unbedingt auf Robbenfelle ausgeweitet werden. Ich selbst kaufe übrigens keine Sachen aus Leder, wenn es irgendwie geht. Im Versandhandel gibt es bereits lederfreie Schuhe, auf Handtaschen und Gürtel aus Leder kann ich gut verzichten. Interview: CLAUDINE STAUBER
Die Menschen für Tierrechte feiern am Samstag, 25. Juli, ab 12 Uhr in der Karolinenstraße (vor Breuninger). Es gibt vegetarische Köstlichkeiten, ein Glücksrad und Malaktionen für Kinder. Kontakt zum Verein: Tel. (09 11) 41 74 19. |
| 24.7.2009 |
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