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Schädliche Strahlen? |
| Gemeinde will Funkmessung vornehmen lassen |
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GEORGENSGMÜND - Mit dem Handy kann heutzutage jederzeit und überall telefoniert werden, aber auch mit Schnurlostelefonen in der Wohnung, ganz abgesehen von der schnurlosen Anbindung des Computers an das Internet oder andere Netzwerke. Möglich ist dies durch unsichtbare elektromagnetische Wellen, die über Antennen übertragen werden. Immer mehr davon sprießen auf den Dächer der Städte und Gemeinden. In Georgensgmünd laufen derzeit wegen vermeintlicher gesundheitlicher Risiken Bürger Sturm gegen einen Funkmast.
27 Meter ragt der Antennenmast hinter einem Wohnhaus im Buchenschlag in die Höhe. Es ist beileibe nicht der einzige im Gemeindegebiet. Doch gegen die geplante Mobilfunksendeeinheit der Firma O2 regt sich nun Widerstand in der Bevölkerung.
Als der Antennenträger 1994 per Erlaubnis der Regierung von Mittelfranken errichtet wurde, herrschte im Baugebiet «Im Tal« Freude, denn der Fernsehempfang wurde durch die Empfangsstation zur Einspeisung des Kabelfernsehens sichtbar besser. Eine aktive Sendeeinheit war damals nicht vorgesehen. Eigentümer ist nach wie vor die Deutsche Funkturm GmbH, die den Antennenträger nun an O2 verpachtet hat. Genehmigt wurde die bald in Betrieb gehende Sendeanlage durch die Bundesnetzagentur. Durch Lage und Sicherheitsabstände wird eine Unterschreitung der Grenzwerte um mehr als 90 Prozent angenommen.
Kaum Einflussnahme
«Wir als Gemeinde waren im Genehmigungsverfahren nicht zu beteiligen«, bekräftigten Bürgermeisterin Eva Loch und Geschäftsleiter Michael Langner im Gemeinderat. Beide haben versucht, zahlreiche Informationen zum Thema zusammenzutragen und diese den Gemeinderäten und den zahlreich anwesenden Bürgern mitzuteilen. Langner erfuhr beispielsweise von der Firma O2, dass die Netzabdeckung im E-Netz in Georgensgmünd momentan unzureichend sei. Dies würden viele Beschwerden von Anwohnern bestätigen. Alternative Standorte seien zwar von O2 geprüft worden, seien jedoch nicht in Betracht gekommen.
Weder der Baujurist am Landratsamt noch der dort für Immissionsrecht zuständige Sachbearter noch die Regierung von Mittelfranken sehen seiner Ansicht nach Chancen, die geplante Aufrüstung zu verhindern. Beim Landesamt für Umwelt erhielt Langner die Auskunft, die Strahlenwerte der Sendeanlage würden sich bei zirka 0,1 Prozent des zulässigen Grenzwerts bewegen. Doch dies kann die 750 Betroffenen «Im Tal« nicht beruhigen. Sie sorgen sich um mögliche gesundheitliche Auswirkungen des aktiven Senders auf die Kinder, wissen jedoch auch, dass es derzeit noch keine Langzeitstudien zu Folgen und Auswirkungen der Funkemissionen gibt.
Derzeit sind die Telekom, O2, E-Plus und Deutsche Bahn AG als Betreiber am Ort aktiv. Es gibt sieben Antennenanlagen an den Standorten Bruckespan, Grundig Kamin, Mäbenberg und entlang der Bahnlinie am Bahnsteig. «Zu keiner Zeit wurde eine Standortoptimierung mit dem Ziel, die Belastungen der Bürger zu minimieren, vorgenommen«, hieß es in einer Stellungnahme der Bürger aus dem Baugebiet «Im Tal« vor dem Gemeinderat. Die Gemeinde wird nun aufgefordert, eine gesundheitsoptimierte Standortplanung, eine Bürgerversammlung zum Thema durch einen unabhängigen Sachverständigen als Referenten, ein Gutachten über die Verteilung der Strahlenbelastung im Gemeindegebiet und eine juristische Überprüfung der angestrebten Nutzung des Mastes sowie des Standorts Buchenschlag voranzutreiben – letzteres, weil die Bürger der Ansicht sind, dass mit dem Abbau der Empfangsantennen vor acht Jahren die Betriebserlaubnis erloschen ist.
Solange die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen gelten, sieht die Gemeinde zum jetzigen Stand wenig Aussicht auf Erfolg, die geplante Inbetriebnahme zu verhindern. Dies gab Bürgermeisterin Eva Loch genauso zu verstehen wie Jürgen Richter (Liste Leben&Bewahren). Beschlossen wurde gegen die Stimme von Peter Millian (SPD), für 2000 Euro («förderfähig«) eine Funkmessung im Radius von 500 Metern rund um den Mast durch die Landesgewerbeanstalt vornehmen zu lassen. Einer der sechs Messpunkte soll dabei die Schule sein.
Peter Millian wollte sich mit dieser einen Messung nicht zufrieden geben und forderte eine Gleichbehandlung aller Bürger, denn es «gibt im Gemeindegebiet viele sensible Punkte. Wenn wir Zisternen und Sonnenkollektoren subventionieren, muss uns auch die Überprüfung der Strahlenwerte etwas wert sein«, meinte er.
«Wir wollen noch vor Inbetriebnahme des Sendemastes tätig werden«, erklärte Eva Loch. «Liegen die Ergebnisse vor, werden wir das Thema erneut aufgreifen und notfalls weitere Messungen in Auftrag geben«, schlug Johannes Wunram (CSU) vor. Helmut Volkert (FUW) war der Ansicht, der Gemeinderat solle darauf hinwirken, ob die Betreiber nicht auch mit weit geringeren Leistungsstärken auskommen, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.
-dg- |
| 19.6.2009 |
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ROTH-HILPOLTSTEINER VOLKSZEITUNG |
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